22 May 2014

Tolle Effekte mit Embossing

Heute zeige ich euch, wie man mit der Embossingtechnik besonders schöne Effekte auf Papier zaubern kann.

Beim Embossing ("Prägung") wird ein feines Kunstharz-Pulver in einen feuchten Stempelabdruck gestreut und anschließend geschmolzen. Das Ergebnis ist eine erhabene, reliefartige und glänzende Stempelkontur. Das sieht nicht nur besonders edel aus sondern erlaubt z.B. auch perfekt deckende helle Abdrücke auf dunklem Untergrund.

Hört sich aufwändig an, ist es aber garnicht und das Ergebnis ist es allemal wert.




Für die Embossingtechnik könnt ihr jeden beliebigen Stempel benutzen. Wichtig ist jedoch die Wahl des Stempelkissens. Spezielle Embossing-Stempelkissen hinterlassen einen transparenten und leicht klebrigen Abdruck an dem das Pulver haften bleibt. Neben dem Stempelkissen gibt es diese Spezialtinte auch in Stiftform.


Hier seht ihr Step-by-Step weißes Embossing auf Kraftpapier, eine Farbkombination die mir persönlich besonders gut gefällt:



  1. der Stempelabdruck wird mit dem transparenten Embossingstempelkissen wie gewohnt auf das Papier gesetzt
  2. das Embossingpulver wird großzügig auf den noch feuchten Stempelabdruck gestreut
  3. das Embossingpulver abschütteln. Als Unterlage und zum Auffangen eignet sich z.B. ein Bogen Backpapier. Überschüssiges Pulver wird in die Dose zurückgeschüttet. Das Pulver kann immer wieder verwendet werden. Hier kann man gut erkennen, wie das Pulver am Stempeladruck kleben bleibt.
  4. überschüssiges Pulver sollte soweit wie möglich entfernt werden, da man die kleinen Pünktchen rundherum sonst später auch noch sehen kann. Manchmal bleibt das Pulver an der Struktur des Papiers hängen oder auch an Stellen, die man zuvor angefasst hat. Durch leichtes Klopfen und Pusten oder mit einem feinen Pinsel oder Wattestäbchen lässt sich das Pulver vom Papier entfernen. Dabei sollte man vorsichtig um den Stempeladruck herum arbeiten da das Pulver an diesen Stellen ja auch noch nicht fixiert ist.
  5. genug vorbereitet, jetzt kommt der spannende Teil:
    mit dem Heißluftfön wird das Pulver geschmolzen. Dafür das Gerät etwa 15cm über den Stempelabdruck halten. Im Bild könnt ihr sehen, wie das Pulver in der unteren Hälfte schon zu einer geschlossenen Fläche zusammengeschmolzen ist, im oberen Bereich sieht man noch die feine Körnung des Pulvers.
  6. sobald das Pulver geschmolzen ist, den Heißluftfön ausschalten und das Papier ein paar Sekunden abkühlen lassen. Der Abdruck ist sofort wisch- und kratzfest.

Noch ein paar Tipps und Hinweise:
  • das Schmelzen mit einem normalen Haarfön funktioniert leider nicht, da die Hitze nicht ausreichend ist. Andere Hitzequellen wären z.B. eine Herdplatte, ein Toaster oder ein Bügeleisen. Hier wird das Papier mit der Rückseite nach unten auf die Hitzequelle gelegt.
    Ja das funktioniert aber ganz ehrlich: ich würde davon abraten und wenn überhaupt nur mit ausrangierten Geräten experimentierten.

  • für ein schönes Embossing Ergebnis darf das Schmelzen nicht zu kurz und nicht zu lang dauern.
    Am besten macht ihr ein paar Tests um ein Gefühl dafür zu bekommen.
    > zu kurz oder nicht heiß genug: das Pulver ist noch körnig und nicht zu einer Fläche verschmolzen. Es haftet nicht am Papier.
    > zu lang oder zu heiß: das Pulver verbrennt und wird dunkel. Da ist dann leider nichts mehr zu retten.

  • während des Schmelzens wird nicht nur das Pulver sondern auch der Untergrund, also das Papier stark erhitzt wodurch es sich manchmal etwas verbiegen oder wellen kann. Meistens glättet es sich nach dem Abkühlen wieder.
    Bei den kleinen Schachteln die ich für die Fotos verwendet habe, hatte ich zunächst Sorge, dass die Verklebung die Hitze nicht übersteht. Das war aber unbegründet. Die paar Sekunden mit dem Heißluftfön waren kein Problem.

  • das Pulver sollte rasch auf den feuchten Stempelabdruck gestreut werden, damit dieser nicht trocknet und das Pulver dann nichtmehr haften bleibt.

  • das Pulver ist sehr ergiebig. In den Dosen ist nur ganz wenig Pulver, was auf den ersten Blick "nie und nimmer" reicht aber bei der Verwendung werdet ihr merken, dass man wirklich nur einen Hauch davon benötigt. Überschüsse daher immer wieder sorgfältig in die Dose zurückschütten. 
 
  • neben dem transparenten Embossingstempelkissen lassen sich auch farbige Pigmentstempelkissen verwenden. Diese sind dickflüssig und trocknen langsam, so dass das Pulver daran kleben bleiben kann. Man sollte jedoch bedenken: stempelt man z.B. einen roten Schriftzug und möchte diesen in weiß embossen wäre das grundsätzlich kein Problem, da die farbigen Embossingpulver deckend sind. Gibt es aber kleine Fehlstellen an denen das Pulver z.B. nicht gut haftet, würde man dort die rote Stempelfarbe sehen können.

    Tuschestempelkissen ("Dye-Ink") sind nicht geeignet, da sie dünnflüssige Tinte beinhalten und zu schnell trocknen.
    In der Regel findet ihr auf den Stempelkissen Herstellerangaben die darauf hinweisen ob sich das Stempelkissen für Embossing eignet oder nicht.

  • seid bitte vorsichtig mit dem Heißluftfön und achtet auf eine hitzebeständige Arbeitsfläche

Und hier habe ich noch ein paar weitere Beispiele:

Embossingpulver gold


Embossingpulver silber



Embossingpulver violett


Embossingpulver transparent


Mit dem transparenten Embossingpulver lassen sich schöne Ton-in-Ton Effekte erzielen. Das ganze sieht aus wie eine glänzende Lackierung.

Embossingpulver weiß auf Pergamintüten



Neben dem Stempelkissen gibt es die Spezialtinte auch in Stiftform. Damit lassen sich z.B. Stempelabdrücke ausbessern oder auch Handschriften embossen. Kleine Stempelmotive könnte man auch mit dem Stift benetzen und diese dann stempeln.



Hier nochmal die kleinen Schachteln:






Habt ihr noch Fragen oder noch einen guten Tipp? Ich freue mich auf euer Feedback!

Und hier wie immer die Angabe der verwendeten Materialien:
Embossing Stempelkissen
Embossing Stift
Embossingpulver

Kraftpapier DIN A4
Mini-Geschenkschachteln Kraftpapier
Mini-Geschenkschachteln weiß

Satinband apfelgrün

Satinband fuchsia

Stempel Schön, dass Du da bist!


2 comments:

  1. Wow, sieht das hübsch aus!!! ich bin großer Embossing-Fan, aber kam bisher nicht auf die Idee, diese Technik außerhalb von einfachen Karten zu verwenden. Sooo schön sind deine Schachteln. Nur einen großen Stempel mit passendem Motiv braucht man dafür... Bisher sind meine Stempel eher klein geraten, die würden für eine Schachtel nicht reichen. Den Stift finde ich auch ganz toll, damit kann man einfach frei Hand etwas zeichnen und embossen. Whaaa, Kreativ.Schub ;-)
    Liebe Grüße, Daniela

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  2. Weiß auf braunem Papier sieht einfach genial aus! Was haben wir vor Jahren Karten in dieser Art hergestellt, und dann war auf einmal die Luft raus. Die ganzen STempel habe ich natürlich noch, könnte ich mal wieder testen, da sage ich mal danke für die Anregung! Deine Schachteln sind zu süß! Wichtig wäre noch zu erwähnen, dass die Stempel anschließend abgewaschen werden sollten.

    LG Sabine

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